Meine Liebe zu Wörtern und meine Wörter zur liebe

Ich hab die Überschrift bewusst gewählt, weil meine Liebe zu Wörtern riesig ist. Ich liebe es zu schreiben, einfach drauf los zu tippen und meinen Gedanken einfach freien Lauf zu lassen. Ich mache mir einen Tee und setze mich an den Laptop oder eben ans Handy, ich habe keine Musik an, ich sitze einfach da, ohne Ablenkung und tippe. Meistens ist es so, dass ich garnicht drüber nachdenke, sondern einfach schreibe und am Ende bin ich froh und stolz dass ich es getan habe, denn ich habe etwas zu sagen. Ich will meinen Gedanken und Gefühlen freien Lauf lassen, weil ich sie teilen möchte und ich freue mich wenn ich mein Werk anderen zeige und vorlese und sie sich drin wieder finden oder aber eben einfach meine Art zu schreiben schön finden. Die Zeit vergeht wie im Flug, sie zieht regelrecht an mir vorbei während ich schreibe, nichts passiert dann um mich herum & es ist dann eben nur ich und der Laptop oder das Handy. Und Wörter. Meine Wörter. Meine Liebe zu Wörtern ist so stark, dass wenn ich eine Zeit lang nicht schreibe ( was durchaus öfter vorkommt ), merke ich dass ich unausgeglichen bin, ich werde schneller zickig, fühle mich überfordert, bin viel sensibler als sonst und ich bin einfach traurig. Wirklich traurig. Es bildet sich ein Kloß in meinem Hals und ich merke das etwas nicht stimmt, ich Versuch mich zu erklären aber es klappt nicht, weil es einfach nicht geht. Und das geht schon immer so, seit ich mich erinnern kann. Mit 14 oder 15 hatte ich das schon jahrelang und ich dachte das geht von alleine weg, es war komisch und anders weil meine Freunde das nicht hatten und auch nicht kannten, ich habe mich anders gefühlt. Mit den Jahren habe ich so heftige Situationen erlebt, Erinnerungen die ich am liebsten löschen würde wenn ich es könnte und dieser Kloß wurde immer größer und größer. Das schlucken fiel mir schwer und ich fing einfach so aus dem nichts an zu weinen, ich hab mich klein gefühlt und ängstlich, habe das aber nie nach außen getragen, meine Engsten Freunde wussten Bescheid aber mehr auch nicht. Der erste richtige Liebeskummer folgte mit 19 und ich fing an zu schreiben. Und zu schreiben. Und zu schreiben. Ich war verletzt, war traurig, konnte nicht atmen, es war mein erster Liebeskummer und ich wusste nicht was mit mir passiert. Es mag komisch klingen aber als ich da so verletzt war, so traurig war, konnte ich nächtelang seitenlange Briefe schreiben, oder Geschichten Oder einfach meine Gedanken aufschreiben. Diese Gedanken und Wörter, die habe ich keinem gezeigt, die Briefe habe ich nicht abgeschickt, die habe ich einfach nur für mich aufgeschrieben. Ich saß wochenlang, für Stunden abends in der Küche, mit meinem collegeblock, zündete ein paar Kerzen an und schrieb einfach nur. Am Anfang als meine Geschwister reinkamen haben sie immer stutzig gefragt, was ich da schreibe, weil sie es denke ich mal nicht verstehen konnten, warum ich da sitze, stunde für Stunde und einfach nur geschrieben habe. Nach einer Woche, hat niemand mehr gefragt, sie haben mich und das was ich tat dann immer respektiert und akzeptiert. Sie haben mir gezeigt, dass das in Ordnung und auch gut ist, dass ich das mache. Denn sie wussten, es geht mir nicht gut und das kann helfen. (Mein Bruder war sogar so süß und erstellte mir eine CD mit meiner eigenen Playlist, mit herzschmerz rnb songs, die man natürlich bei Liebeskummer so richtig fühlen konnte. )Am Anfang musste ich Ihnen immer hinterher rufen, dass sie die Türe hinter sich zu machen, denn ich lebte mit drei Geschwistern, meiner Mutter und zwei Hunden in dem Haus, es war also immer was los und da war für mich der einzige Ort an dem ich ruhe fand und schreiben konnte, da in der Küche. Nach einer Woche machten sie die Türe von alleine zu. Weil sie es respektierten und akzeptierten, das was ich tat.

Diese Trauer hat mich inspiriert, inspiriert über das was ich empfand zu schreiben & sie zu teilen. Ich fing an mir eine Seite auf Instagram zu erstellen, unter der ich anonym war und postete dort meine Gedanken, Geschichten oder einfach Zitate die zu meiner Situation passten. Ich bekam Zuspruch, ich merkte dass meine Art zu schreiben gut ankam und das hat mich aufgebaut und mir geholfen mit alldem umzugehen. Ich wollte nicht das meine Freunde oder meine Familie diese Seite kannten, das war nur meins, nur meine Welt in der ich mich mitteilen konnte, meine Welt in der ich nicht immer auf die Frage „wie gehts dir?“ Mit „gut“, antworten musste, sondern auch einfach mal ehrlich sein zu können und sagen können dass es mir schlecht geht. Denn wie oft hast du einen blöden Tag, Dir gehts nicht gut und wie oft musst du auf die Frage „wie gehts?“, mit „gut“, antworten – einfach weil du dich nicht erklären kannst?

Für mich war das nie so, dass ich mich an den Laptop oder an den College Block gesetzt habe und zu mir selber sagte „ich muss jetzt schreiben“, so war das nie, ich tat es einfach, weil es gut für mich war. Andere gingen zum Tennis, oder zum turnen, gingen reiten oder tanzen, ich schrieb. Abgesehen davon hab ich all das ausprobiert, ich ging zum Tennis, zum voltigieren, zum turnen, ich hab sogar versucht zu tanzen, (ging in einen hip hop Kurs, aber da ich als absoluter bewegungs legastheniker echt nicht gut war, lies ich das auch ganz schnell bleiben). Es war nichts für mich. Ich hab all die Leute immer bewundert die so eine Art von Hobby haben, die samstags morgens ein Turnier hatten oder was auch immer. Dabei hatte ich doch meine Gedanken. Und dazu noch einen einfachen Stift und einen College Block und ich war glücklich. Jetzt sehe ich das anders als damals, jetzt weiß ich, dass ich damals damit schon viel mehr Menschen erreicht hätte können, wenn ich mich nur einfach getraut hätte. Aber wie gesagt, bei mir war die inspiration zu schreiben immer am stärksten, wenn ich unter etwas gelitten habe und es mir einfach nicht gut ging. Denn darüber habe ich geschrieben. Ich wollte die liebe erklären, wollte die Gefühle die mit der liebe zutun haben erklären, weil für mich war es viel mehr als dieses kleine Wort mit fünf Buchstaben. Immer schon, da ich einfach sensibel bin und Emotionen sehr stark fühle. Natürlich dachte ich mit 15 oder 20 dass ich geliebt habe, weil man es eben nur so kannte. Dass diese „liebe“, aber mehr als Gift für mich und mein Wesen war und das einzig gute daran war dass ich danach genau wusste, was ich nicht mehr will, war mir nicht bewusst, denn ich kannte es nicht anders. Jetzt mit 25 kann ich sagen, darüber bin ich auch wirklich sehr dankbar und sehr glücklich drüber, dass ich liebe. Aber vorallem dass ich lieben kann. Dass ich meinen Partner lieben kann, aber auch dass ich mich so wie ich bin lieben kann. Das es soviel mehr als dieses „liebe“, ist – weil für mich all das mit dem stehen und fallen zutun hat. Kann ich mich nicht lieben, kann ich auch niemand anderen lieben. Habe ich zuhause keine liebe bekommen, fällt es mir schwer einer anderen Person zu zeigen, was ich empfinde. Und all das baut auf einem winzigen Wort auf, es ist und wird immer soviel mehr sein für mich, als das und solange das so ist, kann ich schreiben. Kann ich mich ausdrücken, denn wenn ich schreibe ist es mir egal, ganz egal – was wer darüber denken könnte, denn das bin ich. Und wer das nicht gut findet, oder nicht mag, sich darüber lustig machen sollte oder nicht verstehen kann, der ist eine Bereicherung für mein Leben, indem er oder sie nicht mehr da ist.

Das ist meine Liebe zu Wörtern und meine Wörter zur Liebe.

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